Café de Flore
Es beginnt mit kleinen runden Tischen, die näher beieinanderstehen, als es eigentlich nötig wäre.
Das Café de Flore gehört zu den ältesten Cafés von Paris – eröffnet im 19. Jahrhundert und später ein fester Ort für Gedanken, die größer wurden als der Raum selbst. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir saßen hier über Stunden, schrieben, diskutierten, beobachteten. Nicht als Inszenierung, sondern weil dieser Ort genau dafür gebaut schien.
Technisch ist es fast unscheinbar.
Eine klassische Caféstruktur: enge Tischstellung für maximale Ausnutzung der Fläche, große Fensterflächen für Licht und Blickbeziehungen, ein Innenraum, der Geräusche bündelt, statt sie zu verlieren.
Und vielleicht liegt genau darin sein Prinzip.
Dass hier nichts stört – aber auch nichts verschwindet.
Gedanken bleiben, Gespräche auch.
Ich habe versucht, mir vorzustellen, worüber hier früher gesprochen wurde.
Und dann einfach meinen Kaffee bestellt, als hätte ich etwas Wichtiges zu sagen.
– Alma