Maxim's

An der Rue Royale steht ein Haus, das schon von außen erzählt, dass hier nie nur gegessen wurde.

Die rote Fassade, die goldenen Ornamente, die Markisen, die schweren Türen: Maxim’s sieht nicht aus wie ein Restaurant, das man zufällig betritt. Es sieht aus wie eine Bühne.

Gegründet wurde Maxim’s Ende des 19. Jahrhunderts.

Berühmt wurde es in der Belle Époque, jener Zeit, in der Paris sich neu erfand: mit Boulevards, elektrischer Beleuchtung, großen Hotels, Theatern, Cafés und Restaurants, in denen Gesellschaft nicht nur stattfand, sondern gesehen werden wollte.

Maxim’s passte genau in diese Welt.

Drinnen wurde das Haus für sein Art-nouveau-Interieur bekannt: geschwungene Linien, florale Formen, Spiegel, Lampen, Holz, Glas und goldene Details.

Alles daran war auf Wirkung angelegt, aber nicht wie ein lauter Paukenschlag.

Eher wie ein Raum, der wusste, dass Menschen sich in ihm anders bewegen.

Über Jahrzehnte wurde Maxim’s zu einer Pariser Adresse für Künstler, Schauspielerinnen, Industrielle, Aristokraten, Reisende und jene, die gern Teil einer Geschichte sein wollten.

Namen wechselten, Moden wechselten, Paris wechselte. Die Fassade blieb.

Natürlich gehören auch Anekdoten dazu.

1967 soll Brigitte Bardot Maxim’s barfuß verlassen haben, die Schuhe in der Hand, neben ihr Gunter Sachs im Smoking.

Eine kleine Szene, fast zu einfach, um sie zu vergessen: Etikette an der Tür, Freiheit auf dem Pflaster.

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