Hôtel Chopin

Man tritt ein – und die Stadt bleibt für einen Moment draußen.

Die Passage Jouffroy, gebaut 1847, gehört zu den ersten überdachten Passagen von Paris.

Glas über dem Kopf, gedämpftes Licht, Schritte auf Fliesen, die schon vieles gesehen haben.

Mitten darin liegt das Hôtel Chopin – kein großes Haus, sondern ein Ort für Aufenthalte, die leiser beginnen.

Früher kamen Reisende wegen der Passage. Manche blieben einfach.

Der Name erinnert an Frédéric Chopin, der nie hier war – und doch passt alles zu ihm.

Heute kann man hier noch übernachten. Mitten in einer Passage. Nachts wird es still, aber nicht leer.

Vielleicht würde ich ein Zimmer im oberen Stock nehmen.

Eines, dessen Fenster nicht nach draußen führt, sondern in die Passage.

Oder ich säße unten am Empfang, ein kleines Buch vor mir, das ich kaum lese.

Am Morgen kein Straßenlärm,

nur Schritte auf Stein,

das gedämpfte Öffnen einer Ladentür,

ein Licht, das sich langsam durch das Glasdach bewegt.

Vielleicht ist das der einzige Ort in Paris,

an dem man sich nicht entscheiden muss,

ob man drinnen oder draußen ist.

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