Le meuble aux secrets

Ich stand im Louvre vor einem kleinen Tisch von Jean-François Oeben. Das Licht lag auf der Marqueterie, und für einen Moment sah er einfach nur schön aus.

Dann entdeckte ich, was er alles verbarg.

Eine Schreibfläche. Kleine Fächer. Ein Pult. Und eine Schublade, die niemand sehen sollte.

Oeben war aus Heinsberg nach Paris gekommen und wurde 1754 ébéniste du roi. Seine Spezialität waren Möbel, die mehr konnten, als sie zeigten.

Vielleicht musste ich deshalb an Madame de Pompadour denken. Sie gehörte zu seinen wichtigsten Kundinnen und besaß solche mechanischen Möbel.

Ich stellte mir vor, wie Oeben ihr einen davon vorführte.

Er drehte den Schlüssel.

Ein leises Klicken.

Die Platte glitt zurück, das Lesepult hob sich, kleine Fächer kamen zum Vorschein.

Madame de Pompadour betrachtete alles aufmerksam.

Dann entdeckte sie die versteckte Schublade.

„Und wofür ist die?“

Oeben dürfte auf eine diskretere Verwendung gehofft haben. Briefe vielleicht. Dokumente. Dinge, die am Hof besser nicht herumlagen.

Madame überlegte.

„Ausgezeichnet. Für meine Rechnungen.“

Ich musste lächeln.

Ob dieses Gespräch jemals stattgefunden hat, weiß niemand.

Die geheimen Fächer aber gab es wirklich.

– Alma

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Le dernier rôle

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