Le dernier rôle
Im Theater gibt es diesen eigenen Geruch.
Staub, warmer Stoff, ein wenig Holz – und etwas, das sich kaum benennen lässt.
Ich sitze in der Comédie-Française und sehe Le Malade imaginaire.
Und irgendwann denke ich an den 17. Februar 1673.
Molière spielte an diesem Abend selbst den Argan. Einen Mann, der überzeugt ist, krank zu sein.
Dabei war Molière tatsächlich schwer krank.
Während der Vorstellung ging es ihm plötzlich so schlecht, dass er Blut spuckte. Und trotzdem spielte er weiter.
Für das Publikum verschwamm der Moment mit der Rolle – vieles wirkte wie Teil der Inszenierung.
Ich stelle mir vor, wie es gewesen sein muss, dort zu sitzen. Zu lachen.
Und erst später zu erfahren, dass manches gar nicht gespielt war.
Das hat etwas Beklemmendes.
Der wirklich Kranke spielte den eingebildeten Kranken – und das Publikum glaubte weiter an das Theater.
Dann höre ich wieder die Stimmen auf der Bühne.
Und denke, dass darin vielleicht etwas sehr Molièrehaftes liegt:
Bis zuletzt blieb er Schauspieler.
– Alma