Vielleicht Paris

Ein paar Tage war Toutou nun schon bei uns, und aus dem „erst einmal“ wurde langsam eine Frage.

Mein Vater hatte telefoniert, bevor ich überhaupt richtig wach war. Mit den Bauern hinter dem Hügel, mit den Leuten vom Nachbarhof, mit dem Mann, der manchmal die Ziegen über die untere Straße trieb. Später noch mit zwei Familien aus dem nächsten Dorf.

Niemand vermisste einen Hund.

„Er gehört zu keinem von ihnen“, sagte mein Vater.

Toutou lief währenddessen zwischen den Kisten umher, als hätte ihn diese Nachricht nicht weiter überrascht.

Wir standen eine Weile schweigend im Hof.

„Er könnte hierbleiben“, sagte mein Vater schließlich.

Ich sah über die Felder. Hier gab es Platz. Schatten unter den Bäumen, Erde unter den Pfoten und immer jemanden, der irgendwo draußen arbeitete. Ein Hund konnte vermutlich kaum einen besseren Ort haben.

„Das wäre wahrscheinlich vernünftig“, sagte ich.

Mein Vater sah mich von der Seite an.

„Das klingt nicht so, als würdest du es vernünftig finden.“

Ich musste lächeln.

Neben dem Haus stand der alte gelbe 2CV. Toutou war inzwischen bis zu ihm gelaufen und schnupperte sorgfältig an einem Reifen.

„Und Paris?“, fragte mein Vater.

Ich dachte an Straßen statt Feldwege. An Treppen. An Menschen, die es eilig hatten. An viel zu wenig Erde.

„Paris ist vermutlich das Gegenteil von vernünftig.“

Mein Vater nickte.

Dann sahen wir beide zu Toutou.

Er hatte etwas gefunden, das offenbar interessanter war als unsere Überlegungen, und grub mit großer Hingabe zwischen zwei Steinen.

„Du musst dich entscheiden“, sagte mein Vater.

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dort stand. Ich erinnere mich nur an die Zikaden, an den Geruch der Aprikosen und an den Staub auf Toutous Nase.

Dann sagte ich:

„Er kommt mit mir.“

Mein Vater antwortete nicht sofort.

Schließlich öffnete er die Tür des 2CV.

„Dann sollten wir wohl sehen, ob er Autofahren mag.“

Toutou hob den Kopf.

Und damit war die Sache entschieden.

— Alma

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