Der Hund am Feldweg

Der Weg führte zwischen Aprikosenbäumen und den letzten Reihen blühenden Lavendels hindurch. Ich hatte das Fahrrad abgestellt, weil ich glaubte, zwischen den Gräsern etwas gesehen zu haben.

Zuerst waren es nur zwei Schlappohren.

Dann hob sich ein schmaler, struppiger Kopf. Beige, mit einem weißen Ohr und dunklen Augen, die mich aufmerksam beobachteten.

Der kleine Hund saß am Rand des Feldweges, als hätte er dort auf jemanden gewartet. Hinter ihm lagen ein paar Höfe, doch keiner war nah genug, um sicher zu sein, dass er dorthin gehörte.

Ich ging in die Hocke und hielt ihm meine Hand hin.

Er wich zurück.

Nicht weit. Nur einen Schritt, eine Pfote angehoben, den Körper zur Seite gedreht. Seine Haltung sagte deutlich, dass er mich gesehen hatte – und dass er noch nicht entschieden hatte, was er von mir hielt.

Also ließ ich die Hand sinken.

Ich setzte mich auf den warmen Boden und schaute über die Felder. Die Aprikosen hingen schwer in den Zweigen. Irgendwo summten Bienen. Neben mir knirschte ein kleiner Stein.

Der Hund war näher gekommen.

„Bonjour, toutou“, sagte ich.

Er schaute zum Fahrrad, dann zu mir. Im Korb lag noch das Tuch, in das ich am Morgen Brot und eine Flasche Wasser gewickelt hatte. Ich legte ein Stück davon auf den Boden. Er schnupperte daran, zog sich wieder zurück und kam erneut.

Es dauerte eine ganze Weile, bis seine Nase meine Finger berührte.

Nur für einen Augenblick.

Doch als ich mich erhob, lief er nicht davon. Er blieb am Rand des Weges und sah zu, wie ich den Korb vom Staub befreite und das Tuch hineinlegte.

Ich wusste noch immer nicht, ob jemand nach ihm suchte.

Aber ich wusste, dass ich ihn dort nicht alleinlassen konnte.

Als ich ihn vorsichtig in den Korb hob, spannte sich sein kleiner Körper zunächst an. Dann setzte er die Vorderpfoten auf den Rand und blickte zurück auf den Feldweg.

Ich schob das Fahrrad langsam zwischen den Aprikosenbäumen hindurch.

Toutou fuhr mit.

— Alma

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