La Maison des vendredis
Freitags spielte Chopin in der Rue Chaptal Klavier. Delacroix kam aus der Nachbarschaft, George Sand gehörte zu den vertrauten Gästen – und vermutlich wusste niemand am Montag noch ganz genau, wer am Ende am längsten geblieben war.
Das Haus gehörte dem Maler Ary Scheffer. Er zog 1830 mit seiner Familie hierher und ließ wenig später zwei Ateliers im Garten errichten: eines zum Malen und eines für seine Besucher. Bald traf sich dort das künstlerische Paris. Schriftsteller, Musiker und Maler kamen zusammen, diskutierten über neue Werke und brachten vermutlich ebenso viele Geschichten mit, wie sie wieder mitnahmen.
Heute befindet sich in diesem Haus das Musée de la Vie romantique.
Schon der Weg dorthin ist ungewöhnlich. Hinter der Rue Chaptal öffnet sich ein gepflasterter Hof mit grünen Fensterläden, zwei ehemaligen Ateliers und einem kleinen Garten. Paris scheint hier für einen Moment ein anderes Jahrhundert gewählt zu haben.
Im Museum begegnet man Ary Scheffer, seinen Gemälden und den Menschen aus seinem Umfeld. Ein Teil der Sammlung ist George Sand gewidmet. Zu sehen sind Porträts, Schmuckstücke, Manuskripte und persönliche Erinnerungen an eine Frau, die weit mehr war als nur die berühmte Gefährtin Chopins.
Ich mag dieses Museum, weil es sich nicht wie ein großer Palast anfühlt. Man kann sich hier gut vorstellen, wer früher durch diese Türen kam – und wer vielleicht heimlich ein zweites Stück Kuchen nahm.
– Alma