Das staubblaue Fahrrad

Alte Dinge haben mich immer mehr interessiert als neue.

Mein staubblaues Rad lehnte damals an einer Wand in dem Dorf, aus dem ich komme.

Ich war auf dem Weg zum Markt, als ich es sah. Es stand dort etwas verloren, lieblos abgestellt, mit platten Reifen, ohne Korb, die Farbe an vielen Stellen abgeblättert.

Es sah aus, als hätte es seinen Dienst längst getan.

Ich fragte mich sofort, wer es wohl dort zurückgelassen hatte.

Manche Dinge sehen so aus, als hätten sie einmal dazugehört und wären dann einfach vergessen worden.

Ich schob es auf den Felgen zu meinem Vater in die Werkstatt.

Dort bekam es Zeit, Geduld und geschickte Hände. Wir haben es nicht neu gemacht. Wir haben ihm nur sein Leben zurückgegeben.

Seitdem ist es bei mir.

Es ist mehr als ein Fahrrad. Es ist ein Freund, der mich begleitet, wohin ich auch will.

— Alma

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